Repository-gestützte Gruppenarbeit im World Wide Web
M. Wolpers, April 1997
Zusammenfassung


Der Entwurf des WebRC-Systems bedingt die Definition der Anforderungen an ein asynchrones CSCW-System. Diese Anforderungen werden aus dem Vergleich der Konzepte bereits existierender WebRC-Systeme sowie sekundärer Literatur erarbeitet (s. Kapitel 5). Auf der Basis dieser Anforderungen werden die Konzepte zur Zugriffsverwaltung, der Navigation, der Datenverarbeitung, -verwaltung und -präsentation erstellt (s. Kapitel 7.1, 6, 7).
Die Anforderungen führen auf ein Datenmodell, welches die Funkionalitäten des WebRC-Systems repräsentiert (s. Kapitel 9.3. Es wird in der Datenbank ConceptBase realisiert, die vom WebRC-Server administriert wird.
Auf der Basis der heute zur Verfügung stehenden Technologie (s. Kapitel 8), insbesondere des zu verwendenden Netzwerks Internet und der Programmiersprache Java wird die Architektur des WebRC-Systems definiert. Die Implementierung verwendet die besonders für Netzwerkumgebungen geschaffenen Fähigkeiten der Sprache Java. Hier sind Remote Methode Invocation (RMI), Signed Applets und das dynamische Laden der Klassen besonders hervorzuheben.
Die Architektur des WebRC-Systems besteht aus einem Client, der als Java-Applet realisiert ist und einem Server, der als Java-Application arbeitet. Die Dokumentinformationen und die Verwaltungsinformationen werden zentral auf dem Server gelagert. Jeder im WebRC-System aktive Client erhält nur eine Kopie des für ihn aktuellen Dokuments, in der er dann arbeiten kann. Änderungen an Dokumenten werden nach dem optimistischen Modell verwaltet, d.h. es wird immer nur die neueste Version eines Dokuments im System gespeichert.
Der Server wird gemäß eines Drei-Schichten-Modells erstellt, wobei die oberste Schicht die öffentlich zugänglichen Funktionalitäten des Servers enthält. In der mittleren Schicht wird die Zugriffsverwaltung realisiert und die untere Schicht stellt die Verwaltung und Verbindung zur Datenbank her.
Außerdem wird besonderer Wert auf die Zugriffskontrolle und die Erweiterbarkeit des WebRC-Systems gelegt. Die Funktionalität der Zugriffskontrolle wird ausschließlich durch den Server ausgeübt. Zur Zugriffskontrolle unterscheidet das WebRC-System vier Gruppen von Personen. Dies sind der Ersteller, der alle Rechte an seinem Dokument hält, der Besitzer, der vom Ersteller ernannt wird und auch alle Rechte an einem Dokument hält, der Autor, der ein Dokument verändern darf und der Leser, der ein Dokument nur lesen und annotieren kann. Autor und Leser an einem Dokument sind Personengruppen, während Besitzer und Ersteller nur aus Einzelpersonen bestehen können.
Die Erweiterbarkeit des WebRC-Systems wird erreicht, indem der Server via RMI öffentliche Methoden zur Verfügung stellt, die einem beliebigen Java-Client die Arbeit mit dem WebRC-System ermöglichen. Diese öffentlichen Methoden, in einem Application Programming Interface (API) zusammengestellt, korrespondieren über die Zugriffsverwaltung mit der Datenbank, so daß kein direkter, unerlaubter Zugriff auf die Daten in der Datenbank erfolgen kann.
Die Sicherheitskonzepte der Sprache Java, insbesondere das der Signed Applets und das des Sandbox Modells, ermöglichen eine teilweise Sicherheit (s. Kapitel 11) des WebRC-Systems gegenüber unbefugtem Zugriff auf die Datenbank. Der Datenfluß über das Internet findet jedoch unverschlüsselt statt. Die Verschlüsselung ist nicht Gegenstand dieser Arbeit.
Im Anschluß an die Realisierung des WebRC-Systems wird ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung sowohl zum Thema CSCWallgemein als auch speziell auf das WebRC-System bezogen versucht.


Die Vollständige Diplomarbeit