Die Informationsverwaltung besteht aus Verwaltung und Speicherung elektronischer Informationen. Nicht in jedem Fall ist es
sinnvoll oder möglich, die Dokumente selbst zu speichern. Dies gilt insbesondere für CSCW-Systeme der synchronen
Kommunikation, da die hier anfallenden Dokumente eine zu große Datenmenge umfassen können oder aber in ihrer Aussagekraft
zu kurzlebig sind. Aber auch in diesen Fällen ist es sinnvoll und oftmals auch notwendig, die anfallenden
Verwaltungsinformationen im CSCW-System zu speichern. So könnten solche Informationen für einen wiederholten
Verbindungsaufbau oder ein Zeitprotokoll verwendet werden.
Für die Verwaltung von Dokumenten bieten sich Datenbanken an. Sie sind zwar nicht immer in der Lage, die Dokumente
selbst aufzunehmen, sie bieten aber eine schnelle und automatische Verwaltung der mit den Dokumenten assoziierten
Verwaltungsinformationen (vgl. [Wol96]).
Eine Datenbank war ursprünglich eine Ansammlung von beliebigen Informationen verschiedener Bedeutung und Herkunft. Heute
bezeichnet man vereinfachend eine Datenbank als diese Menge von Informationen, die mit einem zusätzlichen System zur
Verwaltung, Speicherung, Repräsentation und Verarbeitung umgeben ist (auch Datenbanksystem genannt). Im vorliegenden
Fall muß die Information binär codierbar sein, da die Datenbank elektronisch auf entsprechenden Medien vorliegen soll.
Grundsätzlich unterscheiden sich Datenbanken in der Verwaltung der in ihnen abgelegten Informationen. Die drei am
häufigsten verwendeten Modelle sind das hierarchische, das relationale und das objektorientierte Modell.

Abbildung 8.5: Das hierarchische Modell
Im hierarchischen Modell (s. [HSH90]), dargestellt in Abbildung 8.5, bildet man über- und untergeordnete Datengruppen. Die entstehende Stuktur gleicht einem Baum, d.h. bei einem Zugriff auf die Daten muß vorgegeben werden, welchem Weg man zu ihnen folgen muß. Die Nachteile einer solchen Struktur liegen auf der Hand. Der Weg zu den Daten muß bekannt sein; er kann sehr lang und umständlich sein. Und bei Entfernung oder Hinzufügung einer Unterdatengruppe müssen die entsprechenden, mit dieser Datengruppe verknüpften vorhergehenden und nachfolgenden Datengruppen ebenfalls entsprechenden Änderungen unterzogen werden.

Abbildung 8.6: Das relationale Modell
Diese Nachteile behebt das relationale Modell (s. [HSH90]), dargestellt in Abbildung 8.6. Auch hier sind die Daten in Datengruppen zusammengefaßt, nur existieren diese Datengruppen nebeneinander und besitzen alle die gleiche Struktur, d.h. die Datengruppen sind immer zweidimensionale Tabellen.

Abbildung 8.7: Objektorientiertes Modell
Das objektorientierte Modell (s. [JGJ
95], [Inf97]), dargestellt in Abbildung 8.7, wählt im Gegensatz zu relationalen und hierarchischen Modellen
einen anderen Ansatz zur
Verwaltung und Speicherung von Daten. Die Daten werden in Objekten auf der Basis von Klassendefinitionen gespeichert
und verwaltet.
Der Vorteil dieses Ansatzes liegt in der sehr stark vereinfachten Verwaltung der Daten. Die Daten sind nicht mehr in ein starres
Tabellenkonzept gepresst, sondern können entsprechend dem, was sie repräsentieren in eine Ordnung gebracht werden (Objekt
orientiert).
Sie lassen sich durch sogenannte Regeln (Rules) in Abhängigkeiten voneinander stellen. Diese Regeln bewirken, daß die Objekte
auch aus Beschreibungen bestehen können, die nicht elektronisch darstellbare Informationen (Meta-Daten) beschreiben.
Der Zugriff auf die Daten orientiert sich dann an dem Objekt, daß sie repräsentieren und nicht an der/den Tabellen, in
denen sie zu finden sind. Eine solche Datenbank wird dann als Repository bezeichnet.