Medizinische Expertensysteme - Eine kritische Betrachtung

Johann Gamper und Friedrich Steimann

Abstract

Es ist bereits etliche Jahre her, daß der Begriff des Expertensystems von sich reden machte. Damals sollten Computersysteme geschaffen werden, die nicht nur Information verwalten, sondern selbständig mit ihr umgehen können. Dieser selbständige Umgang sollte für den Betrachter intelligent erscheinen. Technisch sollte er auf der Grundlage formaler Logik, wenn nötig um Aspekte wie Zeit und Unsicherheit ergänzt, erfolgen. Damit wurde eine neue Forschungsrichtung, die der Künstlichen Intelligenz, geboren. In den Projektanträgen der Forscher standen damals unter anderem Systeme, die mathematische Theoreme beweisen können, solche, die natürliche Sprache übsersetzen können, und auch solche, die dem Arzt bei seiner täglichen Routine aktiv unterstützen und bei seltenen Problemen mit dem Wissen und der Erfahrung eines Experten zur Seite stehen können. In jeder Hinsicht ein hochgestecktes Ziel, wie sich inzwischen herausgestellt hat.

Heute, knapp drei Jahrzehnte nach den ersten medizinischen Expertensystemen, ist zwar viel darüber publiziert worden, es befinden sich jedoch nur wenige im routinemäßigen Einsatz - ein Umstand, der der Erklärung bedarf.

Keywords: Medizinische Expertensysteme, Medizinische Entscheidungsunterstützung

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